(geschrieben von Stephan – nicht konsensiert)

Thema: Segregation

 

Am 07.03.2019 hat der Bauausschuss beschlossen dem Islamischen Bund das Gelände der leer stehende Kaufhalle in der Otto-von-Guericke-Straße als Erbpachtvertrag zu überlassen.
Wir als Aktionsgruppe erachten es als Erfüllung der Religionsfreiheit, dass in Schwerin eine Moschee beziehungsweise ein Begegnungszentrum mit Gebetsräumen gebaut werden darf.

Was wir als Aktionsgruppe aber deutlich kritisieren ist, dass die Stadtpolitik gerade den Wunsch von tausenden Unterstützern des „AfD Bürgerbegehrens“ übergeht. Es ist einerseits sehr bedenklich das die AfD ein Bürgerbegehren unter eignen Namen initiierte, was andererseits nicht dazu führen darf, das ein Bürgerwille nicht ernst genommen wird.

Der Schritt zu verpachten statt zu verkaufen ist gut und absolut unterstützenswert. Schwerin hat in den vergangenen 20 Jahren über 20 Prozent seines Besitzes verkauft, damit muss endlich Schluss sein!

Der Bürgerentscheid ist damit inhaltlich vom Tisch, ja im Vorfeld formal erfüllt, da dieser ja einen Verkauf ablehnte. ”Dadurch wird ein Mangel an Demokratischem Bewusstsein bei der Mehrheit der Bauausschussmitglieder deutlich”, so Stadtvertreter Jagau. “Es ist falsch Vollendete Tatsachen zu schaffen um eine Volksabstimmung ins Leere laufen zu lassen, anstatt sich den Sorgen der Bürger zu stellen und für die verfassungsmässigen Rechte unserer muslimischen Mitbürger einzutreten”.

Was dadurch nicht vom Tisch ist, sind die Bedenken derer die unterschrieben haben.

Diese werden mit der Entscheidung des Bauausschusses einfach übergangen. Auch wenn die Initiatoren (AfD) hier offensichtlich billigste Wahlkampfpropaganda betrieben haben, bedeutet dies jedoch nicht, dass diejenigen die unterschrieben haben gleichfalls auf die Propaganda der AfD rein gefallen sind. “Aber über das Verhalten des Bauausschusses werden viele Bürger emotional zur AfD getrieben”, so Jagau weiter.

Denn gerade mit Blick auf die Segregation, der Zerteilung unserer Stadt in „Ghettos für Arm und Reich“ muss ein anderer Stadtort gewählt werden, beispielsweise in der Innenstadt in der ehemaligen Hauptpost.

Den Standort im Mueßer Holz zu setzen, wird die Muslimas und Moslems in dem Stadtteil halten, doch um gerade einer sozialen Segregation entgegen zu wirken, sollte ein zentrumsnaher Standort gewählt werden.

Laut Kommunalverfassung kann die Stadtverwaltung auch einen Alternativvorschlag zu Abstimmung stellen, der beispielsweise – so war es unsere Hoffnung, nicht über „ob“ sondern „wo“ diskutiert.
In der Innenstadt gibt es viele leerstehende Gebäude die man dem Islamischen Bund anbieten könnte. Beispielsweise die ehemalige Hauptpost oder die leerstehenden Gebäude in der Franz Mehring Straße.

 

 

Hier ein wertvoller Artikel der Segregationsproblematiken beschreibt.

 

Ein sehr interessantes Video, was sich zu dem Themen Segregation und Gentrifizierung lohnt findet ihr hier. In dem Video kommen Experten zum Thema zu Wort, auch im Interview unser Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier. WICHTIG ist die Bewertung der Experten etwa bei Minute 30.