ASK: Ehrenbürgerschaft von Ludwig Bölkow soll auf den Prüfstand.

Unser Stadtvertreter Karsten Jagau stellt auf der kommenden Sitzung der Stadtvertretung einen Prüfantrag, der zu einer Überprüfung der Tätigkeiten des Schweriner Ehrenbürger Ludwig Bölkow führen soll.


In dem entsprechenden Antrag an die Stadtvertretung heißt es:


Die Tätigkeiten eines Ehrenbürgers Schwerins (Ludwig Bölkow) zu Zeiten des NS Regimes werden überprüft. Das Ergebnis der Prüfung wird der Stadtvertretung zur Kenntnis
vorgelegt.

Zur Begründung heißt es:



„Vor wenigen Wochen verstarb Schwerins Ehrenbürger William Wolff. Er hat sich durch seine
Verdienste in der Gestaltung und dem Aufbau des Jüdischen Lebens und der jüdischen Gemeinde in Schwerin verdient gemacht. Für dieses herausragende Engagement steht er als einer von 12 Personen auf der Ehrenbürgerliste der Landeshauptstadt Schwerin.


Ebenfalls auf der Ehrenbürgerliste steht Ludwig Bölkow. Er war sehr spät in die Hitlerjugend eingetreten, war Mitglied der NSDAP, sowie der SA. In den Jahren vor Kriegsende war er in
leitender Funktion bei den Messerschmitt Werken in Augsburg und Oberammergau. Dort in den Werken wurden viele Zwangsarbeiter (Kriegsgefangene und jüdische Internierte) der angrenzenden Konzentrations- und Arbeitslager eingesetzt. Viele kamen in den Lagern zu Tode.“


Die Informationen stammen aus der von Ludwig Bölkow geschriebenen Autobiografie „Erinnerungen“.

Ludwig Bölkow hatte zudem ein fragwürdiges Verhalten an den Tag gelegt, als er von US Soldaten erfuhr, dass Massenhaft Menschen in den KZ’s ermordet wurden. Er schrieb in seinem Buch, dass er „traurig“ gewesen sei als er dass alles erfuhr – und einen Satz später schrieb er dass der „aufkeimende Stolz“ über die positiven WAussagen von US Soldaten zu seiner erfolgreichen Arbeit ihm half darüber hinweg zu kommen.

In den kommenden Tagen werden wir diesem Beitrag das entsprechende Quellenmaterial beifügen. Die Informationen stammen von Bölkow selbst und sind in seinem Buch „Erinnerungen“ (1996, Herbig Verlag) niedergeschrieben.

Er mag kein aktiver „Täter“ gewesen sein, doch darf so jemand Ehrenbürger der Stadt Schwerin sein?

Es gibt noch viele weitere Punkte, die man kritisieren muss. Beispielsweise schrieb er kurz nach Kriegsende, dass er als „Passfälscher“ tätig war und auf der Flucht befindliche SS Soldaten dahingehend unterstützte dass er ihnen gefälschte Ausweise von Wehrmachtssoldaten verschaffte, und sogar eine Fotografin einband die dafür Fotos machte.

Auch muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass Bölkow so ein gutes Verhältnis zu denr NS Führung hatte, dass er wenige Tage vor Kriegende bei Hitler im Führerbunker war und er und seine Mitreisenden bei Abfahrt sogar noch eine Maschienenpistole durch Hitler erhielten…


Die Überprüfung seiner Tätigkeiten zu Zweiten des NS Regimes ist angebracht, da es ansonsten als Hohn angesehen werden kann, dass sich ein NS-Industrieller, der nach eigenen Aussagen Zwangsarbeiter in seinen Werken beschäftigte, auf ein und derselben Ehrenbürgerliste wie der ehemalige Landesrabbiner William Wollf steht.

Das Buch „Erinnerungen“ kann bei Interesse untwr anderem hier erworben werden: https://www.booklooker.de/B%C3%BCcher/Angebote/titel=Ludwig+B%C3%B6lkow+-+Erinnerungen

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