Anlässlich des: „Tag für die Aufklärung über Minengefahr und die Unterstützung von Antiminenprogrammen.“ und was Schwerin damit zu tun hat.

Erklärung zum internationalen Tag zur Aufklärung über Landminen (4. April 2019)

Stellungnahme von Karsten Jagau

https://aktionstadtundkulturschutz.com/kandidatinnen-und-kandidaten-zur-wahl-am-26-mai-2019/karsten-jagau/

Am vierten April wird an die vielen Kriegs- und Bürgerkriegsrückstände in den einzelnen Ländern und weltweit gedacht. Landminen und explosive Kriegsmunitionsrückstände beeinflussen Entwicklungen und blockieren die Verwirklichung einer nachhaltigen Entwicklung in mehr als 90 Staaten der Erde.

Ein weltweites Bündnis aus Nichtregierungs-Organisationen, das Internationale Bündnis gegen Landminen (International Campaign to Ban Landmines = ICBL), übte einen dermaßen effektvollen Druck auf die Öffentlichkeit und die Politiker aus, dass im Dezember 1997 ein international verbindliches Abkommen gegen Anti-Personen-Minen zur Unterschrift auslag.

Die ICBL erhielt 1997 den Friedensnobelpreis. Seit 1999 ist die bis April 2006 ratifizierte „Ottawa-Konvention“ zur Ächtung von Antipersonenminen in Kraft .Seit der Zeit werden von der UN Mienen geräumt. In den letzten 30 Jahren sind durch die Landminen und explosive Kriegsmunitionsrückstände ca.1 Millionen Menschen getötet worden. Davon ca. 250.000 Kinder! Nur 20% der Opfer waren Soldaten, 80 % Zivilisten.

Die meisten dieser Mienen und explosive Kriegsmunitionsrückstände kommen aus zum Teil längst vergangenen Kriegen, wie dem 2. Weltkrieg.

Landminen und Mienenräumung ist aber kein Problem aus fernen Staaten, Sondern betrifft auch uns in Deutschland. So sind 33.000 der an der ehemaligen innerdeutschen Grenze installierten Minen nicht wiedergefunden worden. Aber hauptsächlich haben wir hier Mienen aus dem 2. Weltkrieg.

Auch in Schwerin.

So war in der Antwort der Stadtverwaltung zur Situation am Hort der Niels Holgerson Schule zu lesen, dass die Renovierung u.a. noch nicht stattgefunden hat, da vorher »eine Kampfmittelberäumung notwendig« ist. Landminen und explosive Kriegsmunitionsrückstände betreffen in Schwerin direkt einen Hort!

Vor einiger Zeithabe ich gesehen, wie ein Hund beim spielen in der Uferzone des Ziegelinnensees mit einer 2. Weltkriegshandgranate und schwanzwedelnd zu seinem Herrchen lief.

Ich gehe mit dem UN Generalsekretär António Guterres davon aus, das eine nachhaltige Entwicklung wie sie die Agenda 21 und die Agenda 2030 vorsehen, nur möglich ist, wenn die explosiven Kriegs- und Kalte-Kriegsmunitionen geräumt sind.

Wenn es im Hort und an Badestränden keine explodierenden Überraschungen mehr gibt, kann eine wirklich friedliche und nachhaltige Entwicklung stattfinden.

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