In unserer Stadt leben Menschen in sozialen, wirtschaftlichen, ökologischen und
kulturellen Bezügen. Ziel jeder guten Stadtpolitik sollte es sein, alle diese Bereiche
in einer so guten Balance zu halten, damit kein Mensch in seiner Würde angetastet
wird.
In den letzten 25 Jahren verdrängte die Vorherrschaft des Wirtschaftlichen immer
mehr die sozialen, ökologischen und kulturellen Bereiche, die für das gedeihliche
Zusammenleben der Menschen aber unabdingbar sind. Privatisierungen
städtischen Eigentums, Abbau von Kultur und sozialen Sicherheiten, prekäre
Beschäftigungen, Arbeitslosigkeit und eine strukturelle Verschuldung Schwerins
sind die spürbaren Folgen dieser Politik.
Das führt unweigerlich zum weiteren kulturellen Abbau in unserer Stadt und zu
sozialen Verwerfungen immer größeren Ausmaßes. Mehr und mehr Menschen
werden von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgeschlossen. Ihnen werden die
sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Menschenrechte in zunehmendem Maße
vorenthalten. Doch Menschenrechte sind unteilbar. Niemandem dürfen sie
verwehrt werden. Die UN-Generalversammlung hat als Ergebnis des UN-Nachhaltigkeitsgipfels im September 2015 die „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ verabschiedet. Die insgesamt 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Agenda umfassen dabei grundlegende Verbesserungen der Lebensverhältnisse aller Menschen heute und in künftigen Generationen sowie den Schutz des Planeten Erde.
Mithilfe der 17 Ziele und 169 Unterpunkte wollten die Staats- und Regierungschefs
aus aller Welt die Zukunft des Planeten rundum verbessern.
Die Aktionsgruppe ASK setzt sich dafür ein, diese wichtigen Nachhaltigkeitsziele in
das Leitbild der Landeshauptstadt Schwerin aufzunehmen, damit sie als
Handlungsgrundlage bei allen politischen Entscheidungen berücksichtigt und
konkret umgesetzt werden. Um zusätzlich zum (Wahl)Programm, diese 17 Ziele
bekannter zu machen, zieren diese oben rechts jeweils die Seitenzahlen.
Neben einer rein rationalen Betrachtungsweise gilt es ebenso, eine Haltung von
Wertschätzung, Mitgefühl und Würde gegenüber Mensch und Natur zu entwickeln.
Im Sinne eines ganzheitlichen Bildungsverständnisses, eines Lernens mit Kopf, Herz und Hand – kommt auch der Kultur eine wichtige Rolle zu.

Diese wird in der aktuellen Diskussion noch oft unterschätzt. Kulturelle Zugänge zum Thema Nachhaltigkeit erzeugen einen erheblichen Mehrwert. Kultur will sich auseinandersetzen mit den Erscheinungen inhumanen Zeitgeistes. Sie basiert auf freien Menschen, die ihre Kreativität selbstbestimmt entfalten können.
Wir als Aktionsgruppe Stadt und Kulturschutz kommen aus sozialen, umweltorientierten, kulturellen und politischen Initiativen sowie Bewegungen.
Wir lassen uns von diesem neuen ganzheitlichen Ansatz bei der Stadtentwicklung
leiten.
Wir wollen unsere Stadt von der Verengung auf das Wirtschaftliche befreien. Zu
dem bisherigen verhängnisvollen Prinzip: „Es zählt nur, was sich rechnet.“ nehmen
wir eine gesunde Distanz ein und schauen, was möglich ist, wenn wir gemeinsam
neue Wege beschreiten.
Gemeinsam streben wir es an, unsere Stadt zu dem zu entwickeln, was sie sein
könnte: Eine friedliche Stadt mit einem sozial, kulturell, ökologisch und politisch
ausgewogenen Gemeinwesen.

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