In den vergangenen Monaten gab es mehrere Versuche und Anstrengungen in der Landeshauptstadt Schwerin. Diese Anläufe sind bisher an der Erkenntnis gescheitert, dass weder die Landesregierung, noch das Parlament des Landes Mecklenburg Vorpommern unserer Stadt eine derartige Einrichtung zuweisen können und wollen.

Eine Begründung war stets, dass Schwerin weder von den personellen noch natürlichen Ressourcen berechtigt oder geeignet wäre, einen derartigen Hochschul und Universitätsstandort bereit zu stellen.

Eine Botschaft war von Landesseite deutlich zu vernehmen. Schwerin hat weder bemerkenswerte Strukturen, noch Ressourcen die benötigt werden. Am kommenden Montag wollen wir von der Aktionsgruppe – Stadt und Kulturschutz diese Kritik aktiv angehen. Dann stellen wir einen „Open Antrag“ auf die Errichtung eines Forschungsstützpunktes in Schwerin. Wenn Schwerin den Status einer Uni beziehungsweise Hochschulstadt erhalten will, muss Schwerin in Vorkasse gehen, also beweisen dass wir alle bereit sind Neuland zu betreten.

Dank unserem Kandidaten Mario Hahnel hat sich ein Weg aufgetan, den Schwerin als expliziten Forschungsstandort europaweit nach vorne treiben kann. Das Zauberwort lautet „Limnologie“.

Hier Zitierung des Offenen Briefes der Initiative Naturschutz Schwerin.

„Wissenschaftsstandort Schwerin. Einrichtung eines Forschungsstützpunktes Limnologie (Süßwasserforschung) in Schwerin.“

Es fehlen uns dringend aktuelle Forschungsergebnisse zum Zustand der Gewässer insgesamt, mit seiner Flora und Fauna, dem Röhrichtschwund, Artenschwund, den Algenteppichen und Muschelinvasionen, den bio-chemischen Prozessen und ihren Folgen, der tlw. Nährstoffarmut… bis zu Konfliktthemen wie Naturschutz-Wassersport, sein tatsächlicher Störungsanteil usw. Hier könnten und müssen Wissenschaftler sich regelrecht austoben, die z.B. dem EU-Vogelschutz, dem Gewässerschutz wichtige Fakten liefern, die bisher allesamt nur auf teuren Gutachten, Annahmen und seltenen Momentaufnahmen basieren. Letzte Brutvogelzählung erfolgte am Schweriner See 2010

Auch wenn die Bildung Ländersache ist, sollte Schwerin sich dort unbedingt für dieses Thema stark machen. Davon ist bisher aber nichts zu spüren! (Die Stadt hat dieses Engagement seit der Wende leider vermissen lassen, mit der Folge, dass wir heute schon unter der Strukturschwäche und Überalterung leiden.)

Aus Gesprächen mit den Hochschulen des Landes weiß ich, dass es in Rostock, Greifswald und Neubrandenburg bisher keine Anstrengungen gibt, die Limnologie für sich zu entdecken und das enorm wichtige Potenzial zu nutzen.

Hier kann Schwerin eine Thematik besetzen, die andere Städte in Mecklenburg Vorpommern noch nicht wahr genommen haben. Neben den bestehenden Analyseeinrichtungen in Trägerschaft der Stadt (AQUA), könnte Schwerin in ökologischen, Forschungs-, und wissenschaftlichen Aspekten einen deutlichen Schritt nach vorne machen. Es gibt eine sehr aktive, motivierte und mit Experten arbeitende Initiative die sich in der Thematik sehr gut auskennt, deren Sach-, und Fachkenntnis.

Eine Kenntnisnahme des „Offenen Briefes“ sowie eine fundierte Prüfung des Anliegens, als auch ein intensiver Kontakt zu der Initiative wird positive Impulse auf einen zukünftigen Wissenschafts-, und Hochschulstandort Schwerin haben.

Über folgenden Wortlaut soll die Stadtvertretung am Montag, 11.03.2019 entscheiden:

  1. Die Landeshauptstadt Schwerin prüft unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen in Schwerin ein Forschungsstützpunkt für Limnologie (Süßwasserforschung) in Schwerin betrieben werden kann.
  2. Die Stadtvertretung nimmt den offenen Brief der Initiative Naturschutz Schwerin zur Kenntnis.
  3. Der Oberbürgermeister wird mit der Initiative in einen offenen Dialog treten und die Stadtvertretung über den Verlauf und Ausgang des Treffens berichten.

Die Entscheidung und Debatte kann am Montag zwischen 17 und 22 Uhr im Livestream verfolgt werden.

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