BEZAVTA WORKSHOP in der Volkshochschule. Bezav…was?

WORKSHOP ZUR DEMOKRATIE

Wie kann es uns gelingen, in einer diversen und vielfältigen Gemeinschaft die Teilhabe aller zu ermöglichen? Wie fair und global gerecht entscheiden wir? Wie leben wir Demokratie? Wie können wir besser(e) Entscheidungen treffen.

Wer sich diese Fragen stellt, als Teil eines Vereins, oder Teams, einer Initiative oder Gemeindevertretungen oder auch eines Schul- oder Jugendrates, ist hier genau richtig.

BEZAVTA als Trainingsmethode ist aus einem Lösungsmodell im israelisch-arabisch palästinensischem Konflikt entwickelt worden. Es bedeutet „Miteinander“. Der Workshop mit hohem Anteil an Reflexionsmöglichkeiten wird von erfahrenen Referent*innen durchgeführt. Als Moderations-Profil ist die Stuhlkreisrevolte mit dabei.

Nutzt die günstige Gelegenheit und meldet euch rechtzeitig an. (Plätze begrenzt): ask-schwerin@mail.de

Der kostenfreie Workshop findet am Freitag, 18.11.2022 17 – 21 Uhr

und Samstag, 19.11.2022 10-18 Uhr in der AULA der Volkshochschule statt.

Die Veranstaltung findet nach aktuell geltenden Coronaregeln statt.

Mehr Informationen auch auf der Internetseite von weltwechsel.de

Was ist Betzavta?  

„Betzavta“ ist das hebräische Wort für Miteinander und ist ein Ansatz aus der Demokratiebildung. Dabei werden durch Übungen in der Gruppe demokratische Aushandlungsprozesse und gegenseitige Anerkennung erfahren und geübt. Das Ziel ist demokratische Einstellungen und Verhaltensweisen zu fördern. 

Woher kommt Betzavta?

Die Betzavta-Methode wurde in den 1980er Jahren von Uki Maroshek-Klarman am ADAM-Institut für Demokratie und Frieden in Jerusalem entwickelt, das seine Wurzeln in der israelischen Friedensbewegung hat. In den 1990er Jahren wurde das Konzept dann vom Centrum für angewandte Politikforschung in München für die Bildungsarbeit in Deutschland angepasst. 

Wie geht Betzavta?

Der Betzavta-Ansatz versteht Demokratie nicht nur als Regelwerk, sondern als sozialen Prozess, an dem alle täglich mitarbeiten müssen. Dafür brauchen Menschen die Fähigkeit, mit Konflikten umgehen zu können und trotz verschiedener Positionen, die Freiheitsrechte Anderer anzuerkennen. Um das zu üben, werden Gruppensettings mit geschulten Moderator:innen genutzt. Wichtig ist dabei, dass es nicht nur um den Austausch von Argumenten oder das Aushandeln von Kompromissen geht, sondern dass auch die Gefühle der Teilnehmer:innen miteinbezogen werden. Anhand verschiedener ergebnisoffener Situationen, wie zum Beispiel „wie kann man einen Kürbis gerecht zwischen mehreren Personen aufteilen?“ werden die Teilnehmenden dann aufgefordert gemeinsam eine Lösung zu entwickeln. Dabei werden sie auch dazu angeregt, mit widersprüchlichen Positionen, Überzeugungen und Bedürfnissen umzugehen. Zwei Vorgehensweisen sind dabei zentral:

Vom Konflikt zum Dilemma:

Der Unterschied besteht darin, dass bei einem Dilemma die unterschiedlichen Positionen als mögliche Alternativen gesehen werden, die beide Vor- und Nachteile haben. Die Position des Anderen wird dann nicht mehr als „einfach falsch“ abgelehnt, sondern als Alternative, für die man sich unter anderen Umständen womöglich auch entschieden hätte. Das Bewusstsein für die Schwächen und Stärken der möglichen Alternativen soll dann dazu motivieren, neue Alternativen mit weniger Nachteilen für alle zu suchen.

Die Demokratische Entscheidungsfindung:

Statt der Suche nach einem Kompromiss, bei dem beide Seiten Einschränkungen erfahren, soll hier angeregt werden, erst einmal zu hinterfragen, ob es sich bei den scheinbar gegensätzlichen Positionen überhaupt wirklich um einen Widerspruch handelt. Falls es einen Widerspruch geben sollte, der sich nicht auflösen lässt, ist das Ziel, die Situation und die Rahmenbedingungen so zu verändern, dass dieser aufgelöst wird.

Was sind mögliche Fallstricke oder Kritik?

Um Reflektionsprozesse anzuregen braucht es geübte Moderator:innen, die einen Blick für gruppendynamische Prozesse haben. Gleichzeitig sollten sie viel Fingerspitzengefühl bei kritischen Nachfragen zu den Beweggründen Einzelner an den Tag legen. Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, nicht lediglich in den gewohnten Konfliktkategorien zu denken und in eingeübte Muster der Lösung wie Verzicht oder Kompromiss zu fallen. Darüber hinaus bemerkt Uki Maroshek-Klarman, dass nur Alternativen diskutiert werden können, „die das demokratische System selbst nicht in Frage stellen oder bedrohen“ 1. Um diesem Grundsatz gerecht zu werden, bedarf aber einer erhöhten Aufmerksamkeit darauf, dass sich daran auch alle halten.

Damit diese Fallstricke vermieden werden, freuen wir uns die „Stuhlkreisrevolte“ aus Berlin als professionelle Moderation an Bord zu haben!


Zum Weiterlesen


Quellen 

Maroshek-Klarman, Uki (1990): Erziehung zur Demokratie. Die Methode des ADAM-Instituts. Jerusalem: Adam Institute for Democracy and Peace.

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