Armut. Verzweiflung. Einsamkeit. Hartz IV und seine Toten. Ausstellung regte zum Innehalten an.

Am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit fand vor dem Schweriner Schloss eine Ausstellung statt. Wir als ASK bedanken uns bei den Initiatoren für diesen wichtigen Impuls, der das Thema Armut und Einsamkeit nochmal in den Fokus gesetzt hat. Weiße Kreuze – und auf den weißen Kreuzen wurden in kurzen Sätzen Leidensgeschichten von Armut betroffenen vorgestellt. Jede Geschichte, jedes Kreuz eine Tragödie.

Die Initiatoren und Aktivisten Michael Fielsch und Frigga Wendt aus Berlin machten an diesem Feiertag in der Landeshauptstadt Schwerin Station. Ihre Ausstellung trägt den Namen: „Die Opfer der Agenda 2010“.

In der Einladung zu der Ausstellung, die über den Tag weit über 1000 Menschen aus Schwerin und Gäste des Schweriner Schlosses aus nah und fern erreichte, schreibt Michael:

„Mit der Aktion möchte ich nicht nur auf die immer schlimmer werdende soziale Kälte in unserer Gesellschaft aufmerksam machen, die u.a. auch immer stärker von den Behörden (u.a. in Form von struktureller Gewalt) ausgeht, sondern auch auf meine eigene unsägliche Wohnungssituation. Seit über einem Jahr versucht mich das Sozialamt um jeden Preis in die Obdachlosigkeit zu treiben und bedient sich dabei sehr fragwürdiger Argumente und Methoden. Auf meinen psychischen Gesundheitszustand, als seelisch stark lebensbelastete und „dadurch“ bereits frühverrentete Person, wird dabei ganz bewusst keine Rücksicht genommen.“

Weiter sagt er: „Nicht nur mit dieser stillen Mahnwache möchte ich aufzeigen, dass meine Situation kein Einzelfall ist, sondern Gesetze dazu gemacht und genutzt werden, das (Grund-) Recht auszuhebeln. Auf dieser Basis wird noch dazu immer stärker eine „falsche bzw. falsch gemeinte Fürsorge“ etabliert.“

Auf der Internetseite, die die Ausstellung begleitet und auch der es noch viel umfangreicheres Material zum Thema zu finden gibt, heißt es:

Die Agenda 2010, insbesondere die Hartz-Gesetze, treffen nicht nur die ca. 10 Millionen direkt Betroffenen. Durch den dadurch entstandenen Druck auf die Arbeitsverhältnisse und Löhne entfalten die Hartz-Gesetze ihre zerstörerische Kraft auf die gesamte Gesellschaft.

Arbeitslose werden durch Androhung der Existenzvernichtung in prekäre Beschäftigungen oder sinnlose Beschäftigungsmaß­nahmen gezwungen. Lohndumping und Niedriglöhne haben eine Spirale nach unten konkurrierender Löhne in Gang gesetzt. Unsichere, befristete und schlecht bezahlte Arbeitsplätze breiten sich epidemisch aus und ersetzen normale Arbeitsverhältnisse.

Einen Einblick in die Ausstellung bekommt ihr in dieser Bildergalerie:

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