Kommentar. Umzug des „Arbeitsamtes“ ins Mueßer Holz wäre stadtplanerische Katastrophe!

Stephan Martini: ASK/Piraten kritisert Umzug des Jobcenter ins Mueßer Holz.

Kommentar: Stephan Martini

Wie der Lokalpresse zu entnehmen ist, ist die Entscheidung gefallen. Das „Arbeitsamt“ zieht in den Mueßer Holz. So ist es vorgesehen.

Was im ersten Moment wie eine Erleichterung für „60 % der Kunden“ des Jobcenters klingt, ist stadtplanerisch eine Katastrophe.

Schwerin ist nach wie vor eine der am stärksten segregierten Städte Deutschlands. Dies hat der NDR Anfang des Jahres nochmal bestätigt.

https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Studie-Soziale-Spaltung-in-Schwerin-am-groessten,armreich136.html

Was kann dagegen getan werden?

Laut verschieden Fachexpertisen ist es wichtig die Einwohner*innen mehr auf die Stadtteile zu verteilen. Günstigen Wohnraum in „nobleren“ Vierteln und umgekehrt.

Diesen Weg wollte Schwerin beschreiten. Doch verschiedene Sachzwänge (finanzielle Notlage der Stadt, baurechtliche Vorgaben) erschweren dies. Dazu empfehlenswert: https://www.soziale-stadt-nrw.de/das-staedtenetz/staedtenetz_werkstatt10_end_klein_barrierefrei_neu.pdf

Was kann man sonst tun?

In verschiedenen Berichten und Studien wird empfohlen, der Segregation durch eine regelmäßige Bewegung der Einwohner durch und in andere Stadtteile, die soziale Segregation effektiv anzugehen. Dazu empfehlenswert: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/179001/1/p18-001.pdf

Doch Schwerin tut das exakte Gegenteil

Sollte das „Arbeitsamt“ im Mueßer Holz gebaut werden, werden 60 % der „Kunden“ sich kaum noch aus ihrem Stadtteil heraus bewegen. Es ist dann ja alles vor Ort.

Wenn dann auch noch Paulshöhe fällt, was derzeit noch viele Menschen ins Stadtzentrum bringt, dann gibt es noch weniger Gründe den eigenen Stadtteil, das eigene Viertel zu verlassen.

Leider sorgen die derzeitigen Pläne der Stadt eher dafür, dass sich Segregation verstärkt. Hier muss die Diskussion unbedingt neu eröffnet werden muss.

Ich hoffe dass diese Kritik nicht unberücksichtigt bleibt.

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