Paulshöhe: Das war kein Dialog auf Augenhöhe. Lobby, und „Waldorfdurchsetzt“. „Wir kennen jetzt den Plan!“

Vorbemerkung: Ich bin kein Gegner der Waldorfschule. Meine vier jüngeren Geschwister waren auf der Schule, auch ich wäre gerne auf die Schule gegangen. Doch bei der Eröffnung war ich leider schon zu alt. Mein Vater hatte zu seinen Lebzeiten die Wege auf dem derzeitigen Schulgelände mit gepflastert. Die Kinder meiner besten Freundin gehen auf die Waldorfschule. Das Konzept der Waldorfpädagogik hat durchaus interessante Ansätze.

Doch hier geht es jetzt um das Dialogforum und die Zukunft der Paulshöhe.

Das Dialogforum war von Beginn an zum Scheitern verurteilt. Die Zusammensetzung des Dialogforums war katastrophal. Das einzig Gute an dem Forum ist es, dass nun alle Karten auf dem Tisch liegen. Die Informationen, die das Forum ans Tageslicht gebracht hat, sind Gold wert für all diejenigen die einen Erhalt/Teilerhalt der Paulshöhe anstreben.

Denn das erste mal seit fast einem Jahrzehnt, wissen wir, die wir uns für die Rettung der Sporttradition einsetzen, was die Abrissbefürworter vor haben, was in der Vergangenheit hinter verschlossenen Türen geplant wurde und vor allem, welche Argumente der Abrissbefürworter erlogen und schon längst obsolet sind.

Auch ist nun klar, wo die Schwachstellen in den Argumentationen und Plänen der Abriss Befürworter sind.

Das ein Erhalt Teil des Ergebnisses sein könnte, war nicht mehr als eine Hoffnung. Das wir als Erhalt Befürworter überhaupt an dem Forum teilnehmen konnten – war reines Glück. Wir Erhalt Befürworter waren ursprünglich nicht zur Teilnahme vorgesehen. Dies wurde während der 6 Treffen auch immer wieder deutlich gemacht.

  1. Erhalt Forderungen wurden kontinuierlich geblockt. Sowohl von den 5 Vertretern der Waldorfschule im Forum als auch von Seiten der Kanu Renngemeinschaft. Ebenso von Seiten der Verwaltung.
  2. Immer wenn ein „mehrheitliches Stimmungsbild“ eingeholt wurde, hatten bei 11 Teilnehmern (ein Teilnehmer ist bereits nach dem ersten Treffen des Dialogforums ausgestiegen) diejenigen die das Waldorfkonzept durchsetzen wollten automatisch eine Mehrheit.

Minderheitsmeinungen (Alles was mit einen Erhalt des ligatauglichen Stadions zu tun hatte) wurde als Dissens oder nicht mehrheitsfähig abgetan.

  • Die Waldorfschule kann ihren geplanten Schulneubau nicht aus eigener Kraft finanzieren! Damit die Waldorfschule ihre Pläne umsetzen kann, strebt die Waldorfschule an, federführend eine GmbH, Verein, oder andere Betreibergesellschaft zu gründen. Durch den dann möglichen Verkauf von Wohn Immobilien will die Waldorfschule ihren Schulneubau finanzieren. Nicht nur als Erhalt Befürworter muss man hier unmissverständlich die Frage stellen ob Imobillliengeschäfte (und damit zu erwartende Gewinnerwirtschaftung) zur Aufgabe einer Waldorfschule gehören. Zumal die Waldorfschule das Gelände pachten möchte…
  • Im Vorfeld des Dialogforums gab es nach Aussagen der Waldorfschule bereits seit 3, 4 Jahren eine intensive „nicht öffentliche“  Zusammenarbeit mit Vertretern aus Politik und Verwaltung.
  • Die Stadt Schwerin hat KEINERLEI Verpflichtung das Gelände zu Geld zu machen. Von einer Refinanzierung des Sportparkes Lankow, sowie von Geld um den Haushalt zu konsolidieren war zu keinem Zeitpunkt die Rede. Auch auf Nachfrage sagte Herr Thiele (Stadtverwaltung) dass dies nicht relevant sei.

Zudem ist es in den vergangenen Monaten deutlich geworden, dass einzelne Stadtvertreter den Plänen der Paulshöhe Befürwortern ablehnend gegenüberstehen/gegenüberstanden, weil deren Kinder in die Waldorfschule gehen. Ein „Pro Paulshöhe“ würde sich dann immer gegen die Schule ihrer Kinder richten.  Dies betrifft einzelne SPD Stadtpolitiker genauso wie Unabhängige Bürger, B90/Grüne, der AfD, Einzelstadtvertreter und CDU. Also nahezu alle Parteien. Deswegen werden die Fraktionen und Parteien  gebeten – Aussagen die innerhalb ihrer Fraktion „Pro Waldorfschule“ und gegen Paulshöhe Erhalt sind, stehts auf „Befangenheit“ zu überprüfen.

Das Dialogforum ist klar gescheitert, da diejenigen die sich für die Pläne der Waldorfschule aussprechen eine Mehrheit in dem Forum hatten (Lehrer, Elternteile, Schulleitung) – Hier muss angemerkt werden, dass die Waldorfschule einen garantierten Platz als Interessenvertreter hatte. Der zusätzliche Aufruf der Waldorfschule kann lediglich das Ziel gehabt haben, das Dialogforum (durch hohe Teilnehmerzahl) zu unterwandern.

Dieses Übergewicht an Waldorf hat einen offenen, gestalterischen Ansatz des Dialogforums unmöglich gemacht. Der Plan der Waldorfschule ist komplett aufgegangen. Schade, wäre bei einer ausgewogenen – Platzverteilung das Instrument des Dialogforum ein wirklich gutes gewesen. Die Moderation von Superurban war auch in Ordnung und bemühte sich um einen fairen Verlauf der Treffen. Doch die Waldorf-Vereinigung im Forum war so gut wie gar nicht kompromissbereit, was sie aufgrund der personellen Überzahl auch nicht sein musste.

Demzufolge kann das Dialogforum nur als gescheitert angesehen werden. Das einzige positive ist es, dass nun alle Fakten bekannt sind. Das Falschaussagen entlarvt sind. Dies könnte einen völligen Neustart beim Thema Paulshöhe ermöglichen. Wir kennen jetzt den Plan! Endlich!

Darauf wird hoffentlich auch der neu gegründete Verein „Kulturstadion Paulshöhe“ setzen, der zumindest den Kernsportplatz aus eigenen finanziellen Mitteln retten und betreiben möchte. (Anders als die Waldorfschule benötigen die keinen Verkauf von Immobilien um ihr Konzept umzusetzen).

Ich würde mich freuen wenn dieser Beitrag eine möglichst breite Verteilung bekommt, denn die „Falschaussagen“ und obsoleten (veralteten) Argumente der Abriss Befürworter sind noch immer im Umlauf.

Sollte jemand Zweifel an meinen hier aufgeführten Äußerungen haben, verweise ich auf die Protokolle der 6 Sitzungen die auf www.schwerin.de/paulshoehe abrufbar sind.

Der Text ist eine persönliche Zusammenfassung von ASK Mitglied Stephan Martini. Er wurde durch „Losglück“ zum Teilnehmer am Dialogforum Paulshöhe. Er ist in dem Verein Kulturstadion Paulshöhe aktiv und seit Jahren ein Verfechter eines offenen und transparenten Umgangs mit dem Thema Paulshöhe.

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