Bildergebnis für lithium abbau indigene

Eine Glosse von Wilfried Hoog* (Mitglied der ASK Schwerin)….

Weil die Europäer in der Klimapolitik ihre Lebensweise retten wollen, werden auf anderen Kontinenten Ökosysteme und nachhaltige Kulturen geopfert“

Eigentlich müssten sich alle, die inzwischen „autofreie (Innen-)Städte“ und/oder deutliche Zurücknahme des Individualverkehrs auf ihre (Partei)-fahnen geschrieben, in ihren Broschüren und Rathausreden verkündet haben, sich gegen Elektroautos aussprechen – aber sie fürchten den geballten Zorn der Automobilkonzerne, und können deren mangelnde Konkurrenzfähigkeit nicht aushalten… denn die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands muss gewährleistet sein und bleiben.

Der Wechsel zu den Elektroautos wird unsere Gemeinden und unsere Landschaft umbringen.. ihr glaubt, ihr könnt die Menschheit retten, aber ihr bringt uns hier um“ (Vertreter indigener Gemeinden in z.B. Argentinien)

„Imperiale Lebensweise“ nennen es diese, „Grünen Deal“ die anderen hier in Deutschland— wenn der Lebensstandard hier in den reichen Gesellschaften gerettet werden soll, angefangen von grossen Teilen der „future“Bewegung über die Grünen bis hin zu den anderen bürgerlichen Parteien und Unternehmen- wie auch hier in Schwerin ..Wohlstand sichern, ohne „unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu zerstören“ —-gemeint sind die deutschen und europäischen Märkte….. auf Kosten der Menschen auf den anderen Kontinenten…

In den Regionen Lateinamerikas, Argentinien, Chile und Bolivien ( das so genannte „ Lithiumdreieck“)wühlen Maschinen von internationalen Konzernen nach Lithium… für Smartphones, Tablets, aber auch für das Speichern von Solaranlagen – und in grossen Mengen für Elektroautos… das Metall hat nun eine noch stärkere Nachfrage auch für den deutschen Markt geweckt.

Durch den Abbau vertrocknen u.a. Flüsse und Feuchtgebiete, das Leben von Tier und Mensch wird durch das Umkippen der ökologischen Balance in den genannten Regionen bald unmöglich. Sie zahlen den Preis für die „klimafreundliche Rettung“ der imperialen Lebensweise.

Auch Schwerin hat es sich zum Ziel gesetzt, „klimaneutral“ zu werden.Ein echte Wende im Bereich der Mobilität steht nicht auf dem Programm —statt dessen die Verteidigung des „Wohlstandes“

Elektroautos scheinen auf den ersten Blick emissionsfrei zu sein, aber weder die Autos selber, noch die Batterien und der Strom sind es … je grösser und schwerer um so mehr klimaschädlicher sind auch diese.

Eine Handvoll Konzerne sind es, die den Lithiumabbau beherrschen und der Bedarf wird sich nach Schätzungen des „World Economic Forum“ in den nächsten Jahren enorm erhöhen.

Die Verschmutzung des Trinkwassers, Vergiftung der Böden, Häufung schwerer Erkrankungen von Menschen in den Abbaugebieten bis hin zu Ermordung von Aktivist*innen ist der Preis, der nicht hier gezahlt werden soll.

Gegen dies richtet sich der Antrag der ASK(Aktionsgruppe Stadt-und Kulturschutz), als Stadt Schwerin dem „Klimabündnis“ beizutreten: ein Zusammenschluss von Dörfern, Gemeinden und Kommunen hier mit Dörfer und Gemeinden dort, mit u.a. der COICA (Indigene Organisationen des Amazonasbecken) in Peru und deren Mitgliedsorganisationen zusammenzuarbeiten … im Sinne und als erste Schritte einer wahren Klimagerechtigkeit, der u.a. nicht auf Raubbau aufbaut,“ zum Wohlergehen aller Völker der Welt“…

Der Antrag wurde schon im Vorfeld von der Stadtverwaltung abgelehnt*, mit der Begründung „es würde nur unnötige Mehrkosten verursachen“ und der Stadt „keinerlei weiteren Vorteile“ bringen. Imperialistenlogik??!…. Stattdessen zeige die Landeshaupstadt durch das jährliche gemeinsame Stadtradeln „Flagge für besseres Stadtklima und mehr Lebensqualität“ … da ist sie wieder, die Lebensqualität für die Schweriner und Schwerinerinnen ..die einer imperialen Neokolonialpolitik folgt, die eine rücksichtlose, am Wohlergehen hier orientierten Machtpolitik durch Zugrundegehen anderer aufbaut.

In Schwerin wird mit Eifer auf eine moderne Grossstadt hin gearbeitet, die Politik scheint sich aber eher einer dumpfen Provinz zu nähern.

Ach so: Sollte es wider Erwarten ein Überlebender aus den Abbaugebieten nach Europa schaffen, hat die Stadtregierung in Schwerin schon vorgesorgt: Mit knapper Mehrheit lehnte die grau-braune Allianz im Rathaus den Beitritt Schwerins zu einem „sicheren Hafen“ für Geflüchtete ab…

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*Am 27.Januar ist eine Abstimmung in der Stadtvertreter*innensitzung geplant. Eine mehrheitliche Ablehnung für den Antrag gilt als äusserst wahrscheinlich !