(Kommentar zum Thema Paulshöhe von  Stephan Martini)

Paulshöhe bleibt noch mindestens drei bis vier Jahre. Hier meine Argumentation, weswegen diese Einschätzung stimmen könnte. Und was diese „Atempause“ für Chancen ermöglichen könnte.

Als es darum ging den Konzern Nestlé nach Schwerin zu holen, war nach wenigen Monaten alles unter Dach und Fach. Als es darum ging die 3 Zehngeschosser in Lankow und 2 Zehngeschosser auf dem Großen Dreesch abzureißen, war alles in weniger als 9 Monaten unter Dach und Fach. Als es darum ging Straßenmusik in Schwerin „an die Kette“ zu legen, war alles in weit unter einem halben Jahr unter Dach und Fach. Als es darum ging die Gewerbe-, und Grundsteuern zu erhöhen war alles binnen weniger Monaten erledigt.

 


 

Doch beim Thema Paulshöhe scheint die Stadt einfach nicht voran zu kommen. Die Gründe sind schwer greifbar. Ein Rückblick:

 

Bereits 1998 wurden erste Schritte zum Verkauf eines der ältesten Stadien in Norddeutschland eingeleitet.

Im Jahr 2010/2011 wurde ein Verkauf der Fläche der Traditionssportstätte  beschlossen.

2017 wurde ein Einwohnerantrag, der von knapp 3000 Schweriner unterzeichnet wurde, sehr knapp abgelehnt.

Und exakt 427 Tagen (dies sind 61 Wochen oder auch 14 Monate) ist es her, dass die Stadt Schwerin ein „Dialogforum“ angekündigt hat.

Nochmal mit Betonung – kein Beschluss, sondern das kleinste Demokratische Mittel – einen „Runden Tisch“ hat die Stadt angekündigt – bereits am 21. August 2018 (ein Jahr ist vergangen…!) .

Das Dialogforum soll jeglichen Bebauungsplanungen und endgültigen Beschlüssen vorgeschalten sein. Das Dialogforum soll also so eher „empfehlenden“ Charakter haben anstatt Verbindlichkeiten herzustellen – also nicht mal bindend sein.

Auf das „Dialogforum/den Planungstisch/den runden Tisch“ sollen dann erst noch ein Stadtvertreterbeschulss, dann ein (langes) Bebauungplanverfahren, einer Bebauung folgen. Das „Dialogforum“ ist also de facto empfehlend und danach folgt erst noch ein ein bis zwei jahre dauernder Prozess. 

 

Heute haben wir den 22.10.2019 EIN JAHR DANACHE ! Dabei  ist es wichtig zu wissen, dass die „Beratungszeit“ des Dialogforums laut Stadtvertreterbeschluss alleine 6 Monate in Anspruch nehmen soll. das „Dialogforum ist also eher ein „Ideenpool“ statt ein bindender Beschluss und kommt dennoch nicht!

 


Hier ein TV:Schwerin Bericht der fast auf den Tag genau vor einem Jahr das Thema Paulshöhe-Dialogforum behandelte:

 

Vor über 2 Monaten endlich  (August 2019) hatte die SVZ berichtet, dass die Stadt die entsprechende Stelle eines externen Moderators  für das Dialogforum/den Plaunungstisch „ausgeschrieben“ hat.

Allerdings:

Trotz intensiver Recherche (wer mich kennt, weiß ich bin gerade beim Thema Paulshöhe sehr hartnäckig) habe ich keine (!!!) Ausschreibung dieser Stelle gefunden.

 

Inzwischen teilte die Stadt mit, dass man erst einmal andere ähnliche Bebauungsabsichten wie beispielsweise in Neumühle – wo die Stadt Garagen abreisst um dann in städtischer Verantwortung unter anderen „günstigen Wohnraum“ zu schaffen  – „Erfahrungen“ sammeln will, um ein ähnliches Vorgehen dann auch auf der Paulshöhe zu übertragen (Quasie Neumühle als „Testgebiet“) […] Segregation entgegenwirken…

 

Schaut man – was Neumühle betrifft – auf den aktuellen Stand der Planungen stellt man fest, dass es hier noch nicht mal einen beschlossenen Bebauungplan, geschweige denn ein online gestelltes Planverfahren gibt.

 


Was kann das alles bedeuten?

 

Wenn die Stadt Neumühle als „Testgebiet“ nehmen will, kann das weit über ein weiteres Jahr dauern. Wenn den Worten des Baudezernenten Nottebaum Vertrauen geschenkt werden kann, findet erst danach ein 6-monatiges Dialogforum zur Paulshöhe statt. . Die Frage die sich aufdrängt ist, weswegen es derzeit überhaupt eine Ausschreibung für eine „Externe Moderation“ geben soll…?


 

Weitere Indizien das Paulshöhe noch knapp 3 bis 4 Jahre bestehen bleibt:

 

Laut Sportentwicklungskonzept der Stadt Schwerin soll die Paulshöhe erst „fallen“ gelassen werden, wenn die drei benötigten Ersatzsportplätze (Dreesch, Lankow, Görries) fertiggestellt sind.

Die Stadt hat aus finanziellen Gründen aktuell vor, sogar diese „Ersatzsportplätze“ später als geplant zu errichten (2021/2022).

 

Abschließend folgende Fragen an die Stadt, die soeben Abends 21.10.2019) als „Bürgerfrage“ an die Stadtvertretung gegangen sind:

 

Wann findet nun das Dialogforum zur Zukunft des ältesten Stadions in Mecklenburg Vorpommern, der Paulshöhe statt? Wann und wo wurde die Stelle für die „Externe Moderation“ des Planungstisches/Runden Tisches/Dialogforum ausgeschrieben?

Wann sind die „Ersatzsportplätze“ die laut Sportentwicklungskonzeption zur Kompensation der Paulshöhe dienen sollen,  fertig gestellt?

Wenn die Stadt nach Aussagen des Baudezernenten Herrn Nottebaum die Garagenbebauung in Neumühle als „Test“ und „zum Erfahrung sammeln“ betrachten will, wann sollen diese Erfahrungen ausgewertet werden? Wann steht eine Bebauungsplanung in dem Areal in Neumühle an?

Wenn die Erfahrungen „abgewartet“ werden sollen, weswegen hat die Stadt dann die Stelle des „externen Moderators“ ausgeschrieben?

Wenn die Stadt die Sportentwicklungsplanung hinaus schiebt (zweiter von dreien Kompensationssportplatz erst 2021/22) – verschiebt sich dann auch die Bebauungsplanung für Paulshöhe?

Wie ist die -verbindliche- Planung was die Thematik der Bebaaung der Paulshöhe angeht? (Unter Berücksichtigung Segregation, Sportentwicklungskonzeption, Dialogforum, Bevölerkungsentwicklung, Schulentwicklungsplanung, „Testgebiete der kommunalen Bebauung“ Neumühle…)

 


 

Meine Einschätzung:

Nach Betrachtung der vorgenannten Presseberichte, Konzepte und Planungen bleibt die Paulshöhe also MINDESTENS bis 2022/2023, wenn nicht sogar bis 2024 erhalten.

Wenn sich die Planungen dermaßen verschieben, wie lange wird die Stadt die „Zahlungsbereitschafft“ der Kanuten, Waldorfschule „aufrecht erhalten“ können? Wenn die Stadt dies alles tatsächlich selbst in die Hand nehmen möchte, statt das Gelände zu verkaufen – wie lange wird es dauern bist die Erfahrungen aus dem „Testgebiet“ Neumühle ausgewertet sind? Wann werden die laut stadtvertretung anerkannten Ersatzsportplätze fertig gestellt sein?

 


In dem Sinne.

 

Es ist meiner Meinung nach noch nichts entschieden.

Wir haben anscheinend noch etwas Zeit einen alternativen Konzeptentwurf zur Zukunft der Paulshöhe zu erarbeiten.

 

Wollen wir es wagen? Packen wir es an?

Wenn es noch Jahre (!) dauern wird, bis es in die „aktive Planung“ geht, soll die Stadt dies nun auch ehrlich so nennen und den Weg frei machen für alternative Ansätze! Wenn die Stadt die These bestätigt dass sich das verfahren bis zu einer Bebauung tatsächlich so lange hinzieht, werde ich dazu aufrufen einem ausgewäghlten, renomierten Planungsbüro einen Auftrag zu erteilen ein alternativen Entwurf, unter Berücksichtigung eines Erhalt des Kernspornplatzes  – zu erarbeiten.

 

DOCH VORHER BEDARF ES EINER UNMISSVERSTÄNDLICHEN AUSSAGE DER STADT!

 

Wie wir das „Alternative Entwicklungskonzept“  dann finanzieren können, ohne dass sich jemand von „uns“ Unterstützern in Schulden begiebt, wird dann extra bekannt gegeben. Doch vorerst brauchen wir einen ehrlichen Zeitplan der Stadt – der alle bestehenden Beschlüsse und Konzeptionen, Aussagen der Verwaltung – berücksichtigt – „UNS“ Spielraum verschafft.

 

Nächster Schritt wäre also – Zeitplan der Stadt verbindlich in Erfahrung bringen.

 

Ich bitte um ehrliche Stellungnahmen der Stadt, die diese ganzen – teils widersprüchlichen – Aussagen der Verwaltung, Presse und Konzeptionen in einen verbindlichen Zusammenhang bringen.

 

 

Quellen: (folgen)

 


Hinweis: Dieser Beitrag ist ein Kommentar. Er ist nicht mit der #Aktionsgruppe Stadt und #Kulturschutz #Schwerin konsensiert.