Nach Skelettfund – Baustopp als Option gefordert.

PM, 05.12.2018

Chance durch den Sensationsfund nutzen!

Hier findet ihr Fotos von den Grabungen auf dem Schlachtermarkt.

„Wir sind begeistert und besorgt zugleich“ sagt Karsten Jagau von der Aktion Stadt und Kulturschutz.

Der Fund eines Skelettes aus der Zeit der Stadtgründung ist ein beeindruckender Fund, der zeigt, wie wichtig die archäologische Begleitung der Bauarbeiten auf dem Schweriner Schlachtermarkt sind.“

 

Die Aktion Stadt und Kulturschutz hatte deswegen gerade erst am vergangenen Montag, einen Tag vor dem Sensationsfund, einen Antrag an die Stadt gestellt, der archäologische Untersuchungen über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus vorgesehen hatte.

Der Antrag wurde von der Verwaltung mit der Zusage kommentiert, dass man sensibler mit dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege zusammenarbeiten wolle.

 

„Wir hoffen, dass auch diejenigen, die unseren Antrag am Montag noch belächelt haben, unsere Intention nun etwas mehr nachvollziehen können. Der Fund vor Ort zeigt, dass seit über 800 Jahren keine Grabungen in diesem Ausmaß stattfanden. 14 Stadtvertreter haben immerhin ausreichendes Feingefühl bewiesen und dem Antrag zugestimmt“, so Jagau weiter. „Den anderen Stadtvertretern werden die archäologischen Fünde, die wir erhofft und erwartet hatten, hoffentlich etwas mehr Gefühl für unsere Stadtgeschichte vermitteln.“

 

Die Aktion Stadt und Kulturschutz erhofft sich nun, dass die sehr eng gefasste Vereinbarung zwischen Stadt und Landesamt gelockert wird,

um die Grabungen nicht durch Zeitdruck zu gefährden. Die anfallenden Mehrkosten sollten über das Land oder andere Fördertöpfe kompensierbar sein.

 

Die Chance dieses Bodendenkmal zu untersuchen darf nicht verschenkt werden. Es wäre nichts schlimmer, als wenn mit schwerem Baugerät weitere Funde zerstört, übersehen oder beschädigt werden. Hier kann die Stadt auch ihr Verantwortungsbewusstsein und historisches Feingefühl beweisen. Schließlich will man Weltkulturerbe werden, da darf es an den gemeinsamen Bemühungen zu einem angemessenen Umgang mit der eigenen Stadtgeschichte an einem der ältesten Plätze Schwerins nicht mangeln.

 

„An dieser Stelle diese Fund zu machen, könnte auch noch in einer anderen Hinsicht von Bedeutung sein. Anfang des Jahres schlug der Oberbürgermeister auf Anregung der ASK vor im Rathaus das zukünftige Stadtgeschichtsmuseum einzurichten. Dieser Ort sollte auch weiterhin favorisiert werden, liegt er doch direkt in Blickweite zu der wohl spannensten Grabungsstelle die Schwerin in den vergangenen Jahrezehnten hat.  Leider finden sich für die Kostendeckung und die Umsetzung eines bereits von der Stadtvertretung abgesegneten Konzeptes für ein Museum keinerlei Angaben im aktuellem Haushalt. Vielleicht sind die bisherigen und gewiss kommenden Funde der Impuls den Schwerin benötigt um auch die eigene Geschichte erlebbarer zu machen.“ so Stephan Martini Geschäftsführer der ASK.

 

Es wäre mehr als wünschenswert, wenn die Landeshauptstadt Schwerin die eigentlichen Baupläne am Schlachtermarkt pausiert, bis die achäologischen Arbeiten abgeschlossen sind. Am Mittwoch waren die Bagger nur wenige Meter neben den Fundorten wieder bei der Arbeit. Stadtvertreter Karsten Jagau (ASK): „Ich kann mich auch irren, vielleicht ist der Bagger das archäologische Werkzeug in Schwerin. Doch meines erachtens sollte hier erstmal nicht mehr mit schwerem Gerät gearbeitet werden. Bagger sind nunmal keine Grabungswerkzeuge für archäologische Untersuchungen. Der Einsatz von solch groben Gerät könnte die Gefahr von Beschädigungen oder gar Zerstörung historischem Kulturgutes bedeuten – es bleibt also nur ein vorübergehender Baustop“

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