Dringlichkeitsantrag. Archälogische Untersuchungen intensivieren. Mögliche historische Funde vor Zerstörung bewahren!

Pressemeldung zum Dringlichkeitsantrag (2.12.2018)

 

Die Baumaßnahmen auf dem Schlachtermarkt sind im Gange. Die Linden sind bedauerlicherweise bereits abgeholzt.

Baufahrzeuge stehen bereit um einen der ältesten Plätze der Stadt grundlegend neu zu gestalten. Im Rahmen dieser Bauarbeiten wird bis zu 4 Meter tief in den Boden gegraben. Bereits im Februar hatte die Stadt auf Anfrage mitgeteilt, dass Anfang der achtziger Jahre zuletzt eine derartige Baumaßnahme, die derart tief in den Boden hineinreichte stattgefunden habe.

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Aufgrund dieser Annahme, dass in den achtziger Jahren der historische Markt der mindestens seit dem 11 Jahrhundert bewohnt und belebt ist, verzichtete die Stadt auf zu ausgedehnte archäologische Untersuchungen über das Maß der gesetzlichen Verpflichtungen hinaus. Bau-gesetzliche Verpflichtungen schreiben archäologische Untersuchungen bis zu 1,50 Meter vor.

 

Die Bauleitung bestätige in einem Vorortgespräch, dass die wissenschaftliche archäologische Untersuchung lediglich Stichprobenartig und nur bis zu 1,50 Meter durchgeführt werden. Die Annahme der Stadt, dass der Schlachtermarkt in den achtziger Jahren grundlegend untersucht und auch auf archäologische Funde ausgerichtet stattfand, ist seit ein paar Tagen als fehlerhafte Annahme zu verstehen.

 

Am vergangenen Donnerstag kam an der dem Rathaus abgewandten Seite auf der Höhe des Brunnens in weniger als einem Meter tiefe eine wohl mehrere Jahrhunderte altes Holzfass zum Vorschein. Nur weniger Meter nördlich davon kamen zwei Latrinen zum Vorschein. Diese können von Gebäuden stammen die schon auf einer der ältesten Stadtplänen, Stadtkarten aus dem 14 Jahrhundert unserer Landeshauptstadt zu sehen sind.

 

Da die untersuchten Bereiche nur deswegen frei lagen, um den Wurzelwachstumsbereich für die neuen Baumpflanzungen vorzubereiten, diese auch 1,50 Meter tief sind, und hier  bereits 3 vielversprechende Funde gemacht wurden, darf es nicht bei dieser oberflächlichen archäologischen Untersuchung bleiben.

 

Die Baumaßnahmen sehen bis zu 4 Meter Tiefgrabung vor. Untersucht werden lediglich 1,5 Meter. Dieses würde bedeuten, dass über 2 ½ Meter historischer Boden derzeit ohne wissenschaftliche archäologische Untersuchung mit roher Gewalt herausgeraben und vernichtet würden.

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In den Achtzigern wurde anscheinend nicht ausreichend tief gegraben, wenn nun schon bei zufälliger Auswahl  von „Baggerlöchern“ bereits in relativer Oberflächennähe Spuren der Stadtgeschichte zu finden sind. (das Fass, die Latrinen) Deswegen wird auf der kommenden Stadtvertreterversammlung durch den Stadtvertreter Karsten Jagau (ASK) ein Dringlichkeitsantrag gestellt, das die archäologischen Untersuchungen auf dem ältesten Markt- und Handelsplatz der Stadt Schwerin intensiviert werden. „Stichprobenartige Untersuchungen und nur im Oberflächenbereich“ hinzuschauen reicht nicht aus. Es muss auch in tieferen Erdschichten zumindest bis zur maximalen geplanten Bau Tiefe (4 Meter) nun zwingend genauer hingesehen werden. Alles andere birgt die absolute Gefahr historische Funde im Rahmen der Baumaßnahmen zu zerstören“, sagt ASK Geschäftsführer Stephan Martini.

Die Dringlichkeit des Antrages begründet sich darin, dass laut der Bauleitung – alleine schon die Oberflächen Maßnahmen bis Mitte Dezember beendet sein sollen.

 

Danach würden die Bagger und andere Baufahrzeuge ungeprüft mit dem kaputtbaggern der 2,5 anderen Tiefenmetern fortfahren. „Sollten die Fraktionen dem gestellten Antrag in der Form nicht zustimmen, bitten wir eben jene einen Wortlaut als Ersetzung zu wählen, dieses Dringlichkeitsantrages inhaltlich entspricht. Der Schutz und die Suche an diesem alten historischen wertvollen Ort darf nicht ungeprüft kaputtgebaggert werden. Zumal der Fund des Fasses und der vermutlichen Latrinen zeigt, dass die derzeitige Baumaßnahme die erste in dieser Tiefe auf dem Schlachtermarkt ist.“, sagt Karsten Jagau von der ASK.

 

Am Sonntagabend waren die Stellen an denen sich die Latrinen befinden wieder mit Erdreich aufgefüllt. Es ist zu erwarten, dass nach aktueller Bauplanung auch in dieser Stelle bis zu 4 Meter in die Erde gegangen wird und somit die Latrinen ungeprüft verschwinden und zerstört werden.

 

 

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